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20.03.2019
511 words — 2 mins

Der Pivot zu Cafés

Medien und Commerce, Teil I

This article is part of the MEDIA & COMMERCE series.

Über das letzte halbe Jahr habe ich eine ganze Reihe von kleineren Bewegungen in der Schnittmenge Medien und Commerce beobachtet, die ich noch nicht ganz mit einem schicken Namen oder Begriff umreißen konnte.

+ Zum einen haben immer mehr rein digitale (DTC)-Unternehmen Publikationen gestartet oder sind in ihnen involviert. Snapchat sponsored das Real Life Magazine, Casper hat Woolly, Dollar Shave Club das grandiose Mel Magazine, Airbnb das Airbnbmag, der Koffer-Hersteller Away gönnt sich das Here Magazine und Glossier entstand sogar aus einer Publikation heraus. Und sowohl Tinder, als auch Bumble starten derzeit eigene Magazine, wie die NYT berichtete.

(Der Grund: Es ist schwieriger geworden Kunden online zu akquirieren und Content ist und bleibt eine gute Möglichkeit nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch ein Publikum zu schaffen.)

+ Aber auch von der Medienseite rücken Commerce und Publishing näher zusammen. Buzzfeed hat bereits seit längerem eine eigene Division, um Produkte zu empfehlen und ist sogar eine strategische Partnerschaft mit Shopify eingegangen. Die NYT hat Wirecutter gekauft und das New York Magazine hat mit The Strategist sogar eine eigene neue Publikation gegründet, um mit Affiliate Links Geld zu verdienen.

+ Und sowohl Buzzfeed, als auch The Strategist sind bereits einen Schritt weiter gegangen und haben eigene Pop-Up Stores eröffnet. Im Falle von Buzzfeed einen Abenteuer-Spielzeugladen, während sich The Strategist an kuratiertem Lifestyle versuchte. Und Monocle hat bereits seit längerem nicht nur mehrere Cafés und Stores, sondern mit dem Kioskafe auch eines der (finde ich) spannenderen Store-Konzepte der letzten Jahre entwickelt.

Monocle Kioskafe

↳ via Monocle

+ David Perell argumentiert sogar, dass „Owned Commerce“, also die Produktentwicklung durch Publisher die Zukunft sein könnte.

Publishers with organic reach can launch and test products without paid media. Intimate customer touch-points remove the need for focus groups. With shopping experiences that are native and true to the brands DNA, they can scale fast, with relatively low investment. Powered by organic distribution, “Need Content” publishers are armed with competitive advantages that cannot be bought on Facebook, Instagram, Google, or Amazon. Brand loyalty, trust and credibility can’t be bought. It must be earned over time. Influencers and media companies have spent years building relationships with their audiences and know their audience better than any competitor possibly could.

Ich weiß nicht, wohin sich all diese Themen bewegen oder ob sie überhaupt Teil eines größeren Trends sind, wenn gleich natürlich vieles darauf hindeutet. Ich brühte selber noch auf all diesen Dingen. Wenn also jemand dazu eine Idee oder Meinung hat, würde ich mich über jede Antwort freuen.

So oder so zeigt dies aber auch, dass das Verständnis von Innovation als technologischen Prozess viel zu kurz greift.

Mein etwas unregelmäßiger Newsletter rund um Technologie, Internet, Publishing und Merkwürdiges.